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Erstes Solikonzert in Schweinfurt
Die Antifa Gruppe Schweinfurt organisiert (als Teil der Soligruppe Unterfranken) das erste Solikonzert für die festgenommenen GenossInnen vom 13.12.2008 in Würzburg.
Das Konzert wird am 13.02.2009 im stattbahnhof in Schweinfurt stattfinden.
Ja, uns gibt es noch!
Lange ist hier nichts passiert, jedoch werden wir in den nächsten Tagen die Seite mit frischen Infos füllen. In der Zeit dürft ihr unsere Banner die unter „material“ zu finden sind verlinken und an FreundInnen weiterschicken! Was kommt auf euch noch zu? Es sind gerade Solikonzis in Planung, auch Informaterial usw. wird es bald im Angebot geben. Bis dahin wünschen wir euch warme Tage. Die Soligruppe Unterfranken.
Flugblatt der Gruppe exIL (ex-Infoladengruppe Würzburg)
Lob der Unberechenbarkeit
Zu den „Krawallen“ am 13.12.2008
Im Anfang ist der Schrei. Wir schreien. Wenn wir schreiben oder lesen, vergessen wir schnell, dass im Anfang nicht das Wort ist, sondern der Schrei. Angesichts der Verstümmelung des menschlichen Lebens durch den Kapitalismus, ein Schrei der Trauer, ein Schrei des Entsetzens, ein Schrei des Zorns, ein Schrei der Verweigerung: NEIN.
Irgendetwas ist passiert, und weder wir noch unsere GegnerInnen können im Moment begreifen, was dieser Angriff auf die Würzburger Selbstgenügsamkeit bedeutet.
Zunächst ein paar strategische Anmerkungen: Für Würzburg stellt die Unberechenbarkeit der Aktion, die den ewigen Trott der Latschdemos, der langweiligen institutionalisierten Rituale und der Parteifähnchenschwenkerei hinter sich gelassen hat, etwas Neues dar. Vielleicht ist jene Desorganisation, jenes spontane Element, genau die richtige Antwort auf die Verschärfung der Versammlungsfreiheit. Die Frage, ob man sich überhaupt in irgendeine Polizeistrategie einfügen sollte, ob man überhaupt eine Demo, eine Kundgebung, eine Mahnwache, anmelden sollte, können wir seit dem 13.12. getrost mit „nein“ beantworten. Die Polizei spricht von 100 Personen, und wir wollen sie in diesem Glauben lassen. Eine angemeldete Demonstration hätte kaum mehr, wenn nicht sogar weniger Leute auf die Straße gebracht. Eine offiziöse Kundgebung wäre der Lokalpresse keine Zeile wert gewesen, und uns wären vor Langeweile die Füße eingeschlafen. KeineR von uns kann sich erklären, wer hinter der Organisation der „Krawalle“ steckt, über welche Wege die hundert Leute davon erfahren haben und wie die spontane Zusammenrottung so durchschlagend und effektiv werden konnte. Genau diese Unberechenbarkeit schüchtert auch die Polizei ein. Da gibt es keine Organisation, die man dafür verantwortlich machen kann. Es gibt keine Demo-OrdnerInnen, die man zur Rechenschaft ziehen kann. Diese Versammlung passt in kein Schema der linken Strategie. Und genau das ist ihr Vorteil.
Wenn man genau das verstanden hat, dann braucht man auch nicht mehr über die Vermittlung unserer Meinung an die BürgerInnen nachzudenken: Wir haben diesen Leuten nichts auf Flugblättern zu erklären. Unsere Wut über die Vorfälle in Griechenland und unsere Verzweiflung über die Zumutungen der Warengesellschaft sind nicht durch eine klassische „linke“ Sprache vermittelbar, die darauf hofft, bei den BürgerInnen Gehör zu finden. Es wird auf diesem Weg nicht funktionieren, und wenn doch, dann nur durch die Transformation einer radikalen Position in die Sprache einer bürgerlichen Interessengruppe. Genau deshalb müssen wir nicht „Polizeistaat“ rufen und hoffen, dass die fränkischen Bratwurstbräter in unseren Klagechor mit einstimmen. Wer verstanden hat, dass man solche Aktionen wie am 13.12. zuerst einmal für sich macht, und nicht für die deutschen BürgerInnen, und schon gar nicht für ein noch nicht einmal ansatzweise entbarbarisiertes fränkisches Landvolk, die/der hat schon viel verstanden. Obwohl wir die spontane Versammlung am Samstag keinesfalls als „Ausschreitung“ bezeichnen würden (da haben radikale Linke schon weitaus bessere Krawalle hingekriegt), hat jene temporäre Verstörung der Würzburger Prüderie anscheinend genau die Leute empört, die man damit aus ihrer Ruhe bringen wollte. Wenn in etlichen Kommentaren im Internet zu lesen ist, man solle das randalierende „Asoziale Pack“ ins Arbeitslager stecken, dann wissen wir spätestens, dass man am Samstag das Richtige getan hat. Und wenn die so genannten Würzburger Krawalle von der Ostsee bis Niederbayern in Tageszeitungen erscheinen, wessen subversives Herz lacht da nicht vor bittersüßer Freude.
Für uns gilt es nun, praktische Solidarität zu üben für unsere GenossInnen, die nach der spontanen Versammlung mit verschiedenen Vorwürfen belastet werden und bald mit den juristischen Folgen der spontanen Versammlung zu kämpfen haben. Sie benötigen unsere Zuwendung, um die kommenden Verhandlungen durchzustehen. Andererseits werden sie mit Sicherheit auch finanzielle Unterstützung benötigen.
Noch kann von niemandem wirklich begriffen werden, was der 13.12.2008. für die radikale Linke in Unterfranken bedeutet. Dieser denkwürdige Samstag bleibt für uns mit der Hoffnung verbunden, dass die Unberechenbarkeit zur Tugend wird. Dass die Aktionen der so genannten Autonomen derart unüberschaubar, unvorhersehbar, unbändigbar werden, dass sich weder Parteien mit ihnen abgeben wollen, noch dass sie in irgendeine Polizeistrategie passen würden. Wir wollen hoffen, dass an den Geist vom 13.12. angeknüpft werden kann, wenn es um die Kämpfe der Zukunft geht.
Gruppe exIL
Infoladenwuerzburg.blogsport.de
Email der Soligruppe: soligruppe@yahoo.com
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Indymedia Artikel zu den Vorfällen in Würzburg
Nach dem Mord an dem 15-jährigen Alexis aus Athen gab es mehrere Aktionen linksradikaler Gruppen aus Unterfranken für die GenossInnen in Griechenland.
Marktheidenfeld – Plakataktionen
In der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag haben AktivistInnen Plakate in der Stadt verklebt. Die Plakate thematisierten den Mord an dem Jugendlichen in Griechenland. Die lokale Presse schreibt diesbezüglich folgendes:
„Protest-Plakate in der Stadt – Polizei ermittelt. (abra) Rund 20 Protestplakate, die den tödlichen Schuss auf einen griechischen Schüler zum Inhalt haben, wurden am Donnerstag an mehreren öffentlichen Stellen in Marktheidenfeld entdeckt, so an der Realschule, an einem Einkaufsmarkt, an Zigarettenautomaten, Stromverteilerkästen und an der Main-Post-Geschäftsstelle. Die Plakate sind ohne Hinweise auf den Urheber oder Verantwortlichen und ohne Genehmigung angeklebt worden. Die Kriminalpolizei in Würzburg hat deshalb die Ermittlung übernommen und prüft, ob es sich – auch wegen des Inhalts – um eine Straftat handelt.“ (Quelle: Main-Post vom 12.12.2008)
Der Inhalt war folgender:“ Griechenland das war MORD – Der 15-jährige Schüler wurde am 6. Dezember auf offener Straße von Bullen erschossen. Zeigen wir Solidarität mit der Familie und den Freunden. Im Gedenken an Alexandros Grigoropolous.“
Würzburg – Demonstration
Am 13.12.2008 fand in Würzburg eine unangemeldete Spontandemonstration von linksradikalen Gruppen aus Unterfranken statt. Mit einem Fronttransparent, „Gegen Polizeigewalt und Staatsterror. Mord bleibt Mord“ versammelten sich die GenossInnen um 15:00 Uhr am Geschwister-Scholl-Platz. Nach einer halben Stunde und dem ersten anrückenden Polizeiwagen ging es in Richtung Innenstadt. Die Polizei schien mit der Lage überfordert zu sein. So konnten die anfangs zwei Beamten lediglich neben der Demonstration her fahren und die TeilnehmerInnen abfotografieren. Der Demonstrationszug umfasste 70-80 Leute und war damit für unterfränkische Verhältnisse riesig. Während der gesamten Demonstration flogen permanent Feuerwerkskörper auf die PolizistInnen.
Nach zehn Minuten trafen zwei weitere Streifenwagen ein. Diese kamen etwa gegen 15:45 vor dem Demonstrationszug zu halten. Vier Beamte stellten sich vor die Demo und wollten durch die ausgestreckten Arme deutlich machen, dass es nicht weiter geht. Der Demozug blieb kurz stehen und entschied sich von 10 abwärts zu zählen und die „Polizeiblockade zu durchbrechen“. Dabei ist es dann zu Auseinandersetzungen zwischen PolizistInnen und DemonstrantInnen gekommen. Ein Polizist zog sich Verletzungen am Kopf zu, neun DemonstrantInnen wurden festgenommen und 5 davon erst um 6 Uhr morgens wieder frei gelassen (mehr dazu später). Der Demozug bewegte sich von da an über Nebenstraßen zum Weihnachtsmarkt und wirbelte diesen mit Parolen und Flugblättern auf. Die PassantInnen waren wütend über die Störung und wollten den Weihnachtseinkauf eigentlich ungestört tätigen. Vereinzelt kam es noch zu Sachbeschädigungen in der Innenstadt. Laut nicht bestätigter Meldungen, rückte auch die Feuerwehr mehrmals aus.
Repression
Die Festgenommen wurden bis zum nächsten Tag – auf Grund eines richterlichen Beschlusses – festgehalten. „Es wurde davon ausgegangen, dass weitere Aktionen Nachts folgen werden.“ Diese Behauptung war unbegründet. Die Polizei und die lokale Presse spricht von 9 Festnahmen, andere reden von 12 – 20. Von einem Gefangenen, der 14,5 Stunden in Gewahrsam war, wissen wir, dass dieser weder Trinken noch Essen bekam. Weiter waren in dem gesamten Innenstadtgebiet vermehrte Polizeipräsenz und das USK anzutreffen. Sie kontrollierten Jugendliche die dem „autonomen Spektrum“ anzurechnen sein könnten. Darunter litten Emos, HardcorelerInnen und Punks die eine – im städtischen Jugendzentrum (B-Hof) – Konzertveranstaltung besuchten. Die Polizisten befragten auch die Verantwortliche des JUZ, ob sie von weiteren Aktionen der Autonomen bescheid wüsste.
Festgenomme MELDEN!
Zwei Festgenommenen wird Körperverletzung, Gefangenenbefreiung, Landfriedensbruch und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Von weiteren Leuten fehlen Namen und Adressen, da sich nun eine Soligruppe um die Sache kümmern wird (Anwalt, finanzielle Unterstützung, usw.), brauchen wir EURE Namen. Bitte wendet euch an die folgende Emailadresse: soligruppe at yahoo.com


